
Schüleraustausch mit Agropoli: Eine Woche voller Begegnungen, Geschichte und europäischer Freundschaftt
Eine Woche voller Eindrücke, neuer Freundschaften und unvergesslicher Erlebnisse liegt hinter der Schülergruppe des Windthorst-Gymnasiums Meppen, die im Rahmen eines Austauschs begleitet von den Lehrkräften Daniela Brüsse-Haustein und Thomas Diederich ihre Partnerschule im süditalienischen Agropoli besucht hat. Schon die ersten Stunden in Italien machten deutlich, dass dieser Austausch mehr ist als eine Reise – er ist eine Erfahrung, die verbindet.
Nach einem kurzen Flug landete die Gruppe in Neapel, wo die italienischen Austauschschüler bereits warteten. Die Wiedersehensfreude war groß. Gemeinsam erkundeten die Schülerinnen und Schüler mit den italienischen Lehrkräften AnnaCarmela Giordano, Marina Conte Granato und Lisa Miele einige Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die Piazza Plebiscito und die Piazza Municipio, den Castello Nuovo und den Palazzo Reale. Auch römische Überreste, die beim Bau der U-Bahn entdeckt wurden, standen auf dem Programm. Am Abend ging es weiter nach Agropoli, wo die Jugendlichen von ihren Gastfamilien herzlich empfangen wurden.
Der erste Tag an der Partnerschule, dem Liceo „Alfonso Gatto“, begann mit einem gemeinsamen Unterrichtsbesuch. Anschließend begrüßte die Schulleiterin Dottoressa Vassallo die Gäste in der Aula und betonte in bewegenden Worten, wie wichtig internationale Begegnungen für junge Menschen und für den Zusammenhalt in Europa seien. Auch im Rathaus wurden die Schülerinnen und Schüler freundlich empfangen: Bürgermeister Roberto Mutalipassi hieß die Gäste aus Deutschland persönlich willkommen. Bei einem Stadtrundgang durch Agropoli entdeckte die Gruppe anschließend die malerische Altstadt, das archäologische Museum und das Castell Angioino Aragonese mit seinem beeindruckenden Blick über das Meer.
Ein weiterer Höhepunkt der Woche war der Ausflug zur antiken Ausgrabungsstätte Velia. Zwischen jahrtausendealten Mauern wurde Geschichte lebendig: Die einstige griechische Stadt, gegründet um 540 v. Chr., war Heimat der berühmten Philosophenschule von Elea. Orte wie die Porta Rosa oder die Akropolis vermittelten eindrucksvoll, wie nah Vergangenheit und Gegenwart hier beieinanderliegen. Am Nachmittag folgte italienische Lebensfreude pur – für einige stand ein Besuch auf einer Büffelfarm mit frischer Mozzarella-Produktion auf dem Programm, für einige ein Abstecher nach Salerno.
Auch Natur und Umwelt standen auf dem Programm. Eine Wanderung durch den Nationalpark Cilento e Vallo di Diano e Alburni führte die Gruppe entlang schmaler Pfade durch eine beeindruckende Landschaft. Ranger des Parks erklärten anschaulich die Folgen des Klimawandels für die Region und machten auf die Bedeutung des Naturschutzes aufmerksam. Ein besonderer Moment war die Begegnung mit der Abenteurerin Vienna Cammarota, die von ihrer 30.000 Kilometer langen Wanderung auf den Spuren von Marco Polo von Venedig bis nach China berichtete.
Neben Kultur und Natur spielte auch der Alltag eine wichtige Rolle im Austausch. Die Schülerinnen und Schüler besuchten gemeinsam den Unterricht, lieferten sich sportliche Wettkämpfe beim Volleyball und Tischtennis und verbrachten viel Zeit mit ihren Gastfamilien. Am Wochenende konnten viele den großen Faschingsumzug in Agropoli erleben, der mit farbenfrohen Wagen und aktuellen Themen wie dem Fußball, Nachhaltigkeit und Meeresschutz begeisterte.
Zum Abschluss der gemeinsamen Woche besuchte die Gruppe die berühmten Ausgrabungen von Paestum. Zwischen den mächtigen dorischen Tempeln von Hera, Athena und dem sogenannten Neptuntempel wurde die antike Geschichte Süditaliens eindrucksvoll erlebbar. Besonders beeindruckte die Schülerinnen und Schüler im Museum das berühmte Fresko des „Tomba del Tuffatore“, das den Übergang vom Leben in den Tod symbolisieren soll.
Der Abschiedsabend fand im Agriturismo „Le Agavi“ der Familie Cilento hoch über der Küste statt. Bei regionalen Spezialitäten, selbst zubereiteten Speisen der Gastfamilien und einem atemberaubenden Blick über das Meer wurde gemeinsam gefeiert, gelacht – und auch schon sehr bewegt Abschied genommen.
Der Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen sind. Freundschaften sind entstanden, kulturelle Unterschiede wurden entdeckt und Gemeinsamkeiten erlebt. Für alle Beteiligten bleibt diese Woche ein besonderes Erlebnis – und der Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen.
Arrivederci, Agropoli – bis zum nächsten Mal.
Text und Fotos: Daniela Brüsse-Haustein und Thomas Diederich
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