Pierogi, Freundschaft und unvergessliche Begegnungen - Windthorst-Gymnasium Meppen baut kulinarische Brücken nach Ostrołęka

Kulinarische Freundschaftsbrücken – treffender lässt sich die diesjährige Begegnung zwischen dem Windthorst-Gymnasium Meppen und seiner Partnerschule, der Zespół Szkół Zawodowych Nr 2 im. 5 Pułku Ułanów Zasławskich, im polnischen Ostrołęka, kaum beschreiben. Eine Woche voller Herzlichkeit, gemeinsamer Erlebnisse und neuer Freundschaften zeigte einmal mehr, dass die Idee eines vereinten Europas vor allem dort wächst, wo Menschen einander begegnen.

Nach einer langen Zugfahrt wurden die Schülerinnen und Schüler herzlich von ihren Gastfamilien empfangen. Nachdem sich alle von der langen Fahrt erholt hatten, stand am ersten Tag des Austausches ein Besuch der Partnerschule auf dem Programm. Bei Kennenlernspielen, gemeinsamem Englischunterricht und sportlichen Aktivitäten verflog die anfängliche Aufregung schnell. Spätestens beim traditionellen polnischen Mittagessen und dem anschließenden Bowling war das Eis endgültig gebrochen.

Der zweite Tag führte einen Teil der Gruppe erst zum Radiosender Oko, wo sie von Joanna Rogowicz interviewt wurden. Danach wurden sie vom stellvertretenden Stadtpräsidenten von Ostrołęka, Stanisław Kubeł, begrüßt und mit Getränken und Keksen bewirtet. Anschließend erkundeten die Jugendlichen bei einer kulinarischen Stadtrallye die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ein Höhepunkt war der Besuch der wohl besten Bäckerei Ostrołękas, in der köstliche Berliner auf die Gruppe warteten. Im innovativen Multizentrum und später im Eisenbahnmuseum wurden Geschichte und Technik auf spannende Weise erlebbar. Den Abend ließen alle gemeinsam am Strand der Narew ausklingen – bei einem Sonnenuntergang, der diesen besonderen Tag perfekt abrundete.

Ein weiterer Höhepunkt der Woche war das gemeinsame Herstellen von Pierogi – einer der bekanntesten polnischen Spezialitäten. Im Anschluss wurden die Gäste von Frau Wiesława Gałka, der Leiterin des Museums, kenntnisreich und mit spürbarer Begeisterung durch das Museum geführt. Das Museum behandelt die Geschichte des Schulpatrons, des 5. Zasławski- Ulanenregiments. Am Nachmittag wartete ein echtes Naturerlebnis: eine Kajakfahrt auf dem Fluss Omulew. Der sehr naturbelassene Omulew wartete mit natürlichen Schikanen wie unter der Wasseroberfläche verborgenen Baumstämmen auf, die alle Teilnehmenden bravourös meisterten.Den Abschluss bildete ein gemeinsames Grillen unter freiem Himmel. Es war ein wunderschöner Abend, den Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam verbrachten. Eine tolle Überraschung war der Besuch von Herrn Grzegorz Pragacz, eines Teilnehmers des allerersten Schüleraustausches zwischen Ostroleka und Meppen. Herr Pragacz war so erfreut darüber, dass der Austausch wieder belebt worden ist, dass er die Schüler mit Andenken an die Stadt Ostroleka beschenkte.

Am Donnerstag war Fronleichnam, auch in Polen ein wichtiger Feiertag. Dieser Tag bot den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, den Tag in ihren Gastfamilien zu verbringen und den polnischen Alltag besser kennenzulernen. Die begleitenden Lehrkräfte Barbara Dittert und Daniela Brüsse-Haustein besuchten mit den polnischen Lehrkräften Schulleiterin Alina Bałdyga, den Deutschlehrkräften Ewa Gałka und Grzegorz Łaszczewski das kurpische Dorf Myszyniec. Dort erlebten sie eine eindrucksvolle Festmesse und die aufgrund des Regens verkürzte Fronleichnamsprozession. Außergewöhnlich für die Gäste waren die feierliche Ankündigung der Wandlung durch einen Hornisten sowie die traditionellen Gewehrsalven – ein bewegendes Zeugnis gelebter Kultur und tief verwurzelter Tradition.

Zum krönenden Abschluss führte der Austausch in die historische Hansestadt Toruń, die Geburtsstadt von Nikolaus Kopernikus. Im berühmten Lebkuchenmuseum durften die Schülerinnen und Schüler selbst Lebkuchen backen, bevor sie bei einer Stadtführung die wunderschöne Altstadt erkundeten. Der Besuch des Planetariums bildete den perfekten Abschluss eines langen, aber unvergesslichen Tages.

Viel zu schnell verging diese besondere Woche. Beim Abschied flossen zahlreiche Tränen – ein sicheres Zeichen dafür, wie eng die Jugendlichen in kurzer Zeit zusammengewachsen waren. Zurück bleiben unzählige Erinnerungen, neue Freundschaften und die Vorfreude auf das Wiedersehen im Dezember.

Eine besonders liebevolle Geste rundete den Austausch schließlich ab: Der junge Deutschlehrer Grzegorz Łaszczewski bereitete noch bis tief in die Nacht hinein mehrere Tüten der traditionellen kurpischen Fafernuchy, eine Ableitung des Wortes „Pfefferkuchen“, als Abschiedsgeschenk für die deutschen Gäste zu. Köstlich!

Rezept: Kurpische Fafernuchy

Zutaten

  • 1 kg Weizenmehl
  • 1 kg Karotten
  • ½ Tasse Zucker
  • Honig (nach Geschmack)
  • 1 gestrichener Teelöffel Backpulver
  • 1 gestrichener Teelöffel frisch gemahlener Pfeffer
  • Optional: etwas Zimt
  • Zubereitung

Karotten vorbereiten:
Die geschälten Karotten fein reiben. Zusammen mit Zucker und Honig in einen Topf geben und leicht erhitzen, bis die Karotten Saft abgeben. Anschließend vollständig abkühlen lassen.

Teig herstellen:
Mehl mit Backpulver, Pfeffer und nach Belieben etwas Zimt vermischen. Die abgekühlten Karotten samt Saft hinzufügen und alles zu einem festen Teig verkneten. Sollte der Teig zu trocken sein, ein bis zwei Esslöffel Wasser oder Öl ergänzen.

Formen:
Aus dem Teig etwa 2–3 cm dicke Rollen formen und diese schräg in kleine Stücke schneiden.

Backen:
Die Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 170–190 °C etwa 25–30 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.

Smacznego! – Guten Appetit!

Text und Bilder: D. Brüsse-Haustein